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Ortsvereine

Heimatverein Alte Burg
Dreis-Tiefenbach e.V.

Dreis-Tiefenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Netphen (jetzt: Stadt Netphen) im Kreis Siegen-Wittgenstein. Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahre 1239.

Die Region ist geprägt durch Land- & Forstwirtschaft sowie den Erzbergbau und die Stahlindustrie.
 


Dreis-Tiefenbach und Umgebung (Chronik)


Die folgenden Texte wurden mit kleinen formalen Änderungen aus einer Kartei übertragen, die Gerold Klein angelegt hat. Seine letzte Karte stammt vom 11. Juni 1993.

 
559 n.Chr. Die Benediktiner unterhielten den Meierhof in Dreisbach.
Der heilige Einsiedler Leonhard (Lienhard) starb, ein Schüler des hl. Remigius. Letzterer taufte Chlodwig, den Frankenkönig. Später wurde der hl. Leonhard Schutzpatron der hiesigen Kapelle unter der Linde. Leonhard flüchtete in ein Benediktiner-Kloster bei Orleans.

1225 Der spätere Papst Gregor IX soll als damals noch päpstlicher Legat, Kardinal und Bischof von Porto, von Köln über Siegen nach Mainz gezogen sein. Dabei kam er auch den alten Hohl- und Höhenweg entlang, der von Siegen kommend den Ortsteil Wernsbach berührte. In Hainchen wurde der hohe Herr angegriffen und beraubt. Die Bestrafung der Raubritter gelang dem damaligen Papst Honorius III.

1239 Dreyspe erscheint in einer Urkunde – „Johann de Dreyspe“ wird genannt.
Am 9.6.1239 werden Keppel und Pfarrei Netphen erstmals erwähnt.

um 1300 n.Chr. Der Ort wird als comunitas in Drisphe in der „Sedes in Nepphe“ erwähnt. Mühle daselbst abgabepflichtig.

1303 Eine Urkunde berichtet von Dreesphe.

1344 Der Name Dreyspe erscheint wieder (Staatsarchiv Koblenz 54/32, Nr. 2485).

1397 Am 28.6.1307 haben „Henne Prubel von Dreispe und Henne von Dreispe, genannt vor dem Oben, einen Rechtsstreit mit Henne von Rukersfeld“ [Siegener Urkundenbuch II Nr. 67; Stift Keppel-Urkunden, Nr. 74c].

14. Jh. Angenommene Entstehung der St.-Leonhards-Kapelle neben der Stillings-Linde. Abbruch 1890.

1417 - 1444 „Die alte Tiefenbacher Hütte“
Gründung der „Bloaßhütte“ „Rupelchius hütte bey Dreyspe“. Rupel stammt aus Niedernetphen und verzog nach Siegen. Ab 1505: „Blaißhütte Dreyspe“ 1536: Pithains Blashütte vor der Diffenbach (Johan Pithain vor der Diffenbach - siehe Dreisber Schatzungsliste von 1566) Standort bei Bauer Heinbach zwischen Waggonunion und Siegstr. Stilllegung 1846 mit 6 Arbeitern.

1449 Der „Welgertshaen“ wird urkundlich erwähnt. Die Straße Weyertshain wird 1935 gebaut.

1461 Schatzungsliste (ca 20 Familien mit etwa 110 Einwohnern erwähnt):
1. Henne Proubels wief
2. Henne vor der Wernsbach
3. Heinrich Glöckner
4. Henchin vor der Wernsbach
5. Die Proubelsche
6. Hermann Stailsmyt (Hermes)
7. Tilmann Jakobs son (Delmes)
8. Heite
9. Gottschalk Molener
10. Herbert
11. Tilmann Welkers erbe
12. Henchin Syferts eydam erbe
13. Otto Welkers erbe
14. Elechins unter der Linde
15. Feggen Henne
16. Hans Proubel
17. Henchin Jakobs son
18. Ebert Snyder
19. Heiderich Wäner
20. Hentze Dienstmann

In der Liste wird der Ortsteil Wernsbach erwähnt. Ebenso werden die Linde und – hier nicht aufgeführt - die Kapelle genannt.

Gründung des „Tiefenbacher Hammers“ - „Hammerhütte by Dreyspe“
  1461 Hermann Stailsmyt
  1466 - 1493 Hermann von der Allenbach Hammerhütte bey Dreyspe
  1480 Allenbachs hammerhütte zu Dreyspe
  1481 Henchin vor der Diffenbach und Gobel von der Allenbachshütte
  1482 Hermann vor der Dieffenbach
  1493 Hammer Dieffenbach
  Standort Rhone und Baier
  Abbruch 1846

1467 Zum ersten Mal erscheint in einer Steuerliste der Name „Diffenbach“
Das Wort „Hauberg“ erscheint erstmals in einer Urkunde [A.Becker 2002, Seite 123]

1472 Nach einer Urkunde vom 30.10.1472 soll in allen Dörfern ein „gemeiner Hirte“ und eine „gemeine Heerde“ sein

1479 Im Ort gibt es 24 Familien mit etwa 132 Einwohnern

1516 - 1559 Entstehung der Dorfschulen unter Wilhelm dem Reichen, regierender Graf von Nassau-Dillenburg

ab 1530 Religionswirren um die Kapelle:
1530 - 1630 war die Kapelle lutherisch.
1636 - 1651 wurden nur katholische Gottesdienste abgehalten.
1648 (Westfälischer Friede) Gleichberechtigung der Konfessionen.
1651 Kapelle wird simultane Einrichtung.

ab 1550 Haubergsordnung
Um diese Zeit auch die Gründung der Dreis-Tiefenbacher Haubergsgenossenschaft. Erste Belege stammen aus den Jahren 1553 - 1562

1553 Die Stadt Siegen hat damals 916 Stück Vieh.

1566 In Dreis-Tiefenbach - „Treispe“ - sind
45 Häuser
12 Pferde
2 Füllen
122 Kühe
51 Rinder
82 Schweine
110 Schafe
Nach einer anderen Quelle gibt es 166 Kühe und 145 Schafe

1582 Auf dem Predigerkonvent wird beschlossen, in den größeren Orten, wo sich Kapellen befanden, Kapellenschulen (Dorfschulen) einzurichten.
In jener Zeit wird auch der Beginn des Dreis-Tiefenbacher Schulwesens zu suchen sein.

1590 Die Pest im Dorf.
Anlegen eines Friedhofs auf dem kirchlichen Proubelgut (Heln Hof) in der Wernsbach.

1618 - 1648 Dreißigjähriger Krieg

1624 Gegenreformation durch Graf Johann den Jüngeren.
Am 10.3.1624 verbietet Graf Johann der Jüngere alles Lästern und Schelten gegen Katholiken.

1627 Am 2.7.1627 erklärt Graf Johann d.J., wer nicht katholisch wird, muss „ins Ausland gehen“.

1631 Dreis-Tiefenbach ist die größte Gemeinde im Kirchspiel Netphen. Sie hat 56 Familien. Im Kirchspiel gab es 28 Gemeinden mit insgesamt 421 Familien.

1636 49 Bürger der Ortsteile Dreisbach und Tiefenbach werden in der Dienstgeldliste aufgeführt.

1647 Am 23.6.1647 wird berichtet: wegen „kayserlicher Gesinnung“ wird das Amt Netphen gänzlich ausgeplündert.

1649 Johann der Mittlere bestimmt in seinem Testament: 1/3 des Siegener Landes soll katholisch, 2/3 evangelisch sein.

1650 Nur noch 23 Bürger aus Dreisbach und Tiefenbach werden in der Dienstgeldliste geführt.

1651 Bis auf 4 Familien bekannten sich die Dreis-Tiefenbacher Einwohner zur evangelischen Kirche. Im Netpherland gibt es immer noch bittere konfessionelle Streitereien.

1701 Die fürstliche Regierung betreibt die Zusammenlegung der Schulen. Das Kirchspiel Netphen wird in 8 Schulbezirke eingeteilt.

1717 Am 21.10.1717 beschwert sich der evangelische Pastor Kreuz aus Netphen bei der Regierung darüber, dass durch die konfessionellen Streitigkeiten im Schulsystem die Jugend in Unwissenheit aufwachse.

1720 Jakob Münker aus Tiefenbach baut ein Hammerwerk mit zwei Schwanzhämmern. Sie wurden von einem oberschlächtigen Wasserrad getrieben.
1812 ging der Hammer an die Fa. Achenbach & Hövel, die ihn bis 1872 besaßen. Danach Fa. A. Stettner in Dreisbach. 1888 starb A. Stettner, die beiden Söhne Heinrich und August führten das Unternehmen unter der Bezeichnung H. & A. Stettner bis 1918 weiter. Danach üübernahm August Stettner den Hammer allein und wandelt die Fa. 1923 in eine GmbH um. 1917 wird ein 2 Zentner Dampfhammer angeschafft. 1919 Anschaffung eines 30 Zentner Dampfhammers. Ab 1927 Fa. Oehler & Fick. Konkurs. Dreisbacher Hammer.

1724 16 Häuser sind katholisch, 50 evangelisch.

1743 Am 18.2.1743 verstirbt Fürst Hyazinth.
Danach kommt das Siegerland an Nassau-Diez und Dillenburg zurück. Die neue Regierung macht Schluss mit den Simultanschulen und gründet kath. und ev. Schulgemeinden. Aus dieser Zeit stammen die Fachwerkschulhäuser mit den kleinen Türmen in den größeren Gemeinden.
Am 7.2.1743 Beginn des Kampfes um die Kapelle in Dreisbach
Am 4.5.1743 Einführung der Selbstverwaltung im Siegerländer Haubergswesen (bis 1802)

1748 Eine Kompanie vom Regiment Alt Königseck liegt in Dreisbach und Tiefenbach (12.10.1748).

1751 Am 19.12.1751 wird eine Konzession für den Reckhammer zwischen Dreis-Tiefenbach und Weidenau erstellt. Der Rentmeister Johan Ludwig Münker aus Siegen baut einen Reckhammer in der Tiefenbach, jetzt Fa. Fischer. Abbau des so genannten Tiefenbacher Hammers 1846.

1756 Am 27.4.1756 wird der Lohnausfall im Hammerwerk Tiefenbach wegen der katholischen Feiertage amtlich geregelt.

1756 - 1763 Der 7-jährige Krieg.
Im Winter 1762/63 war Dreisbach und Tiefenbach stark von französischen Truppen belegt.

1757 (Johann Heinrich) Jung Stilling als Lehrer in Dreisbach.

1773 Aus engstehenden Häusern müssen die Viehställe verlegt werden (30.12.1773).

1764 Schornsteine sind nur noch aus Steinen, nicht mehr aus Holz zu errichten (6.10.1764).


--- (Der alte Reckhammer, erbaut 1720 – Anmerkung: das zugehörige Bild fehlt, Oehm) ---


1782 Die Gemeinden werden zum Ausbau ihrer Straßen und Wege dringend aufgefordert (5.11.1782).

1785 Bei Bauten muss verstärkt Tannen- statt Eichenholz verwandt werden (18.4.1785).

1789 An die St. Leonhards-Kapelle wird ein Schulzimmer angebaut. Der Altar dient beiden Konfessionen.

1796 Steinbrüche dürfen nur mit ausdrücklicher Erlaubnis angelegt werden (24.5.1796).

1795/96 Österreichische Truppen bauen auf dem Giersbeg die Batterie zur Verteidigung der wichtigen Handelsstraße Frankfurt-Siegen-Soest (bzw. Kassel) (Hohlweg).

Dreis-Tiefenbach ist Sitz einer Räuberbande unter der Führung der „alten Schnuß“. Die Zusammenkünfte fanden in dem später abgebrochenen Hause Proubel (zwischen Kölsch und Paoulschniersch) statt.

um 1800 Der Name „Proubels“ für das Haus zwischen dem Geschäft Kölsch und Pouel Schniersch erscheint zum ersten Mal.

Ursprung des Namens „Fehlingsweg“:
Ein Mann Namens Fehling, wohnhaft in der „Enke“, jetzige Lieschstraße, im alten ehemaligen Hacklerschen Hause, wollte zu oben genannter Zeit im Hohlweg zwischen Dreis-Tiefenbach und Giersberg einen Kaufmann berauben. Dies gelang ihm nicht. Er zog sich Wunden zu, an denen er qualvoll starb.

1800 Orte, die „Schosseegeld“ erheben, dürfen nicht auch Wegegeld fordern (28.10.1800).

März 1806 Französische Truppen kommen und bleiben ein halbes Jahr in Dreis-Tiefenbach.

28.9.1806 Vom „Kölschen“ zieht das 1. französische Dragoner-Regiment durchs Siegerland (28.9.1806).

1.10.1808? Die französischen Truppen, die ein halbes Jahr im Siegerland einquartiert waren, ziehen endlich ab.

1807 Tilsiter Frieden.
Das Siegerland kommt zusammen mit Nassau-Dillenburg zum Königreich Westfalen. König ist Jerome, der Bruder Napoleons I. (Jerome ist von 1807 - 1813 König von Westfalen)

1.1.1808 Aufhebung der Leibeigenschaft im Nassauer Bereich (1.1.1808).

1811 Die evangelische und katholische Schulgemeinden in Dreis-Tiefenbach schaffen als erste Gemeinden des Kirchspiels Netphen den „Wandeltisch“ für Lehrer ab.

1.2.1812 Im Siegerland gelten bis zum 20.12.1813 französische Gesetze. Dreis-Tiefenbach gehört zur Mairie Netphen (1.2.1812).

1813 - 1815 Befreiungskriege.
Dreis-Tiefenbach erlebt den Durchzug russischer Truppen. Im Winter 1814/15 ist Dreis-Tiefenbach stark mit Russen belegt. Die überlebenden Kriegsteilnehmer waren:
  • Heinrich Jochum
  • Heinrich Jung (Reckschmieds)
  • Johann Heinrich Pithan (Armes?)
  • Hermann und Heinrich Spieß (später Lenzes Haus, jetzt Haus Herbert Helmes)

1815 Preußen gibt die Räume Netphen und Wilnsdorf an den Herzog von Nassau (28.7.1815).

Das Siegerland (ohne den Freien Grund und den Hickengrund) kommt zum Rheinland und wird preußisch (29.7.1815).

Der Weihnachtsbaum hält auch hier Einzug, nachdem er gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Straßburg bekannt wurde.

1816 Die Dreisber Mühle (Flender) kommt 1816 in den Besitz von 8 „Privatkonsorten“.
Wegen des völlig verregneten Sommers gibt es im Siegerland eine komplette Missernte (13.10.1816).
Das (Rest-)Siegerland (jetziger Kreis Siegen ohne Wittgenstein) kommt zu Preußen (26.10.1816).

1817 Im Siegerland werden noch über 570 Meiler gezählt. Der Kreis Siegen kommt zur Provinz Westfalen, die am 30.4.1815 gebildet wurde(1.6.1817).

1818 Dreis-Tiefenbacher Bevölkerung:
Häuserkatholischevangelischgesamt
Dreisbach4168225293
Tiefenbach35128136264
Summe76196361557

1819 Die katholische Schulgemeinde Dreis-Tiefenbach kauft das Schulgebäude von der evangelischen Schulgemeinde Obernetphen und baut dieses Häuschen am Setzer Weg auf (neben der ehemaligen katholischen Kapelle). Fast 90 Jahre diente dieses Haus der katholischen Schulgemeinde, bis ca 1909):

1820 Der evangelische Lehrer in Dreis-Tiefenbach erhält 87 Taler 7 Silbergroschen zuzüglich Kost und Wohnung. Der katholische Kollege erhält 87 Taler 4 Silbergroschen (weniger Kinder).
Die Simultanität der St. Leonhards-Kapelle wird von der Regierung in Arnsberg anerkannt und durch Erlass bestätigt (8.8.1820).

1825 Die Gemarkungsgrenzen werden katasteramtlich eingetragen. Erste Landvermessung.

1828 Im Siegerland gibt es insgesamt 8 Ärzte (22.12.1828).

1829 Der Kartoffelanbau beginnt mit Versuchen verschiedener Art.

Ein Erlass der preußischen Regierung enthält eine Prüfungsordnung für Schulamtsbewerber an Volksschulen (19.5.1829).

1830 Die Hütten- und Hammerordnung für das Siegerland tritt in Kraft (25.1.1830).

1831 Die Dreisber Mühle erhält den zweiten Mahlgang.

1835 Erste katasteramtliche Vermessungen der Gemeindefluren.

1835 - 1840 Erste Versammlungen bei dem Landwirt Johannes Giebeler aus Dreisbach. Seine Frau war Hebamme. Giebelers wohnten in Hanses Haus, heute Schleifenbaum, neben der Mühle. Das war der Beginn der „Evangelischen Gemeinschaft“ in Dreis-Tiefenbach, einer Erweckungsbewegung. Sie wurde durch den Schuhmachermeister Henrich Weisgerber in einigen Dörfern des Kirchspiels Netphen gegründet.

1835 Zwischen Siegen und Laasphe verkehrt zweimal wöchentlich eine Personenpost (1.5.1835).

1836 Beginn der Dreis-Tiefenbacher Schulchronik. Bau der Steinbrücke über die Sieg (Stillingstr./Austraße). Zerstört 1945. In Wingeshausen wird ein 92 Pfund schwerer Wolf erlegt, der viele Tiere getötet hat (9.11.1836).

1841 66 Kinder besuchen die Schulen in Dreis-Tiefenbach.

1842 Die Eisen- und Blechwarenwerke Siegerland werden gegründet. Vor 1842 hatte die Fa. Achenbach & Hövel hier ein Hammerwerk ,genauer ein Reckhammerwerk. Später erwarb der Kaufmann Martin Neef aus Siegen die Firma zur Einrichtung einer Tuchfabrik. Bis 1855 liefen 80 Spindeln. Danach erwarben Heinrich Günther & Karl Günther die Betriebsanlagen und betrieben darin eine Lohmühle bzw. –gerberei. Am 28.2.1920 wurde die OHG Schorth, Ernst & Co ins Leben gerufen.
Die Gründung der Evangelischen Christlichen Gemeinschaft durch den Landwirt Johannes Giebeler. Er wohnte dem Lehrerhaus gegenüber. Sein Sohn setzte die Arbeit fort. Das Haus Giebeler war zu klein, deshalb wurden im Hause Bäcker (später Münker, heute Metzgerei Diehl) zwei Zimmer eingerichtet.

1845 Ende der Walkmühle, die rund 400 Jahre auf dem Gelände der heutigen Waggonunion gearbeitet hat.

1846 Die Tiefenbacher Hütte, die alte Blashütte, ist stillgelegt und abgebrochen. Auf dem Gelände wurde der Walzenweiher angelegt.
Die Firma Achenbach & Hövel baut auf dem Gelände, wo die beiden Hämmer standen (jetzt Thumann-Fischer), die erste Siegerländer Blechwalze. Diese war bis 1895 in Betrieb. 1897 erwirbt die Firma Fritz Wrede den Betrieb einschließlich Wasserkraft und Umgebung und richtet eine Nietenfabrik ein. 1940 kauft E. & W. Berg das Gelände und errichtet dort ein Sägewerk. Weiher und Wassergraben werden zugeschüttet. Seit 1955/56 ist die Firma J. Fischer KG, eine Blechwarenfabrik, ansässig
An der Mündung des Zinsenbaches in die Sieg wird ein Stauwehr angelegt. Gleichzeitig wird der Hüttengraben gebaut. Die neue Tiefenbacher Hütte wird von Maurermeister Stafl, Tiefenbach, mit Natursteinen aus dem Steinbruch am Hainschuß gebaut. Heinrich Pithan und Genossen haben die Steine gebrochen. Die Hütte stand gegenüber dem ehemaligen Gasthof Wagener, heute Gartenbau Ierardi. In dieser Hütte lernte der spätere Gründer der Firma Karl Bruch in Weidenau sein Handwerk. 1878 wird die Hütte stillgelegt. 1896 erwirbt die Firma Rohne & Baier die Anlage mitsamt der Wasserkraft. Dort wird eine Drechslerei eingerichtet. Statt des Wasserrades wird eine Turbine zur Stromerzeugung benutzt.
Lehrer Wilhelm Kühn (Evangelische Schule) erhielt bei 60 Schülern jährlich 140 Taler Gehalt. Lehrer Gartlammert (Katholische Schule) erhielt bei 27 Schülern jährlich 100 Taler Gehalt.
Bis 1846 führte der Verbindungsweg nach Weidenau hinter den Häusern der heutigen Siegstraße entlang. Bröck (Hausname) wohnte an der Brücke des Überlaufgrabens vom alten Hammer. Da hinüber führte der Weg. Die Dreisber Mühle kommt in Besitz von Nies.
Die Wiesenordnung für den Kreis Siegen wird in Sanssouci erlassen(28.10.1846).

1847 Im ältesten Protokollbuch des Amtes Netphen taucht zum ersten Mal Dreis-Tiefenbach in dieser Schreibweise auf (22.12.1847).

1849 Das Gebetshaus der St. Leonhards-Kapelle wird von außen verputzt und das Holzwerk mit Ölfarbe gestrichen.

Einwohner von Dreis-Tiefenbach am 1.3.1849:
evangelischkatholischzusammen
Dreisbach26175336
Tiefenbach125150275
insgesamt386225611

1851 Der erste evangelische Friedhof auf dem Dreisbacher Berg wird durch Pastor Roth aus Netphen eingeweiht. Der Friedhof wurde 1890 erweitert (23.2.1851).
Die Karriolpost zwischen Netphen und Siegen kann jetzt auch Personen befördern. [Löttgers, Moll, Reuter, Trippe 2006, Seite 290]

Einwohner von Dreis-Tiefenbach 1851:
evangelischkatholischzusammen
Dreisbach31553368
Tiefenbach25935294
insgesamt57488662

1852 Im „Intelligenzblatt für die Kreise Siegen, Wittgenstein und Altenkirchen“, Jahrgang 1852, Seite 112 ist zu lesen:
„Warum wird bei der evangelischen Schule in Dreisbach für die Kinder kein Abtritt hergestellt, welcher jährlich 5 Taler und in 60 Jahren 300 Taler dem Schulfonds gebracht hätte, bisher aber der vom Schulvorstand Wilhelm benutzt worden ist“
Anmerkung: Wilhelm war der ehemalige Eigentümer von Haus Delmes (Stephan). An Stelle des Hauses Isenhard war Delmes Garten, gegenüber der alten Kapellenschule.

1852 Der Bau der Sieg-Lahn-Straße ab Weidenau scheint wegen der Eisenbahn unnütz (10.8.1852).
Die Bauarbeiten für die Sieg-Lahn-Straße für den Bereich von Dreisbach bis nach Walpersdorf werden ausgeschrieben (21.8.1852).

1853 Verordnung des Regierungspräsidenten über Strafen für Jugendliche (Schüler) (20.1.1853).
Die „Kronprinzenstraße“ zwischen Netphen und Kronprinzeneiche wird eingeweiht (15.10.1853).

1855 Es wird verfügt, dass der jeweilige Lehrer bei Verhinderung des Pfarrers auch sonntags die Predigt halten muss. Entsprechendes bei Beerdigungen.
Festzug auf der neuen Straße Weidenau-Siegquelle am 26.7.1855 von 7 - 1 Uhr.

1860 Sterbetag des Lehrers Wilhelm Kühn, Vater von 9 Kindern, am 16.1.1860.

1860 - 1870 Eine äußerst magere Zeit für Dreis-Tiefenbach. Das Revolutionsjahr 1848 ist an Dreis-Tiefenbach lautlos vorbei gegangen.

1861 Bau der Ruhr-Sieg-Bahn, dadurch Kohle statt Holzkohle für die Tiefenbacher Hütte. Es wurden 153 ländliche Webstühle gezählt. Davon wurden 96 durch 112 Personen als Hauptgewerbe betrieben.

1863 Grundsteinlegung zur neuen katholischen Immaculata-Kapelle (21.5.1863). Die alte St. Leonhards-Kapelle ging durch eine Abfindungszahlung in den Besitz der evangelischen Einwohnerschaft Dreis-Tiefenbachs. Die St. Leonhards-Kapelle wird renoviert und erhält unter anderem eine neue Glocke durch die Firma Karl Buch.

1865 Im Amt Netphen wird die Polizeistunde auf 10 Uhr festgesetzt (25.7.1865).

1870 Die erste Telegraphenlinie im Netpherland wird gebaut (23.11.1870).

1870/71 Im deutsch-französischen Krieg fielen:
- Tilman Flick (Gartnersch)
- Heinrich Flick (Eichhorns)
- Engel Schramm (Seifen)
- zuletzt: Martin Schneider (Pouel Schniersch)

1871 Siegesfeiern bei Gastwirt Henrich Scheib (Stute). Der Festplatz war Fegges und Wilke Hof.
Dreis-Tiefenbach hat 781 Einwohner (1818 waren es 557 Einwohner).
Entstehung des Kriegervereins in Dreis-Tiefenbach.
Gründungsjahr des Deutschen Reiches.

1876 Ein Postkutsche verkehrt zwischen Siegen und Deuz. Die Haltestelle ist bei der Gastwirtschaft Scheib.
- Abfahrt Deuz: 4.40 Uhr
- Abfahrt Siegen: 14.30 Uhr

1879 Eine neue Haubergsordnung tritt in Kraft und gewährt größere Freiheiten (17.3.1879).

1880 Das alte Haus der Eichhorns (jetzt Metzgerei Diehl) brennt ab.
In der Schatzungsliste von 1461 wird Eichhorn unter Nr. 14 als Elichins unter der Linde geführt. Nach Eichhorn übernimmt Münker das Anwesen.

1880 Der Kreis Siegen hat 71392 Einwohner (3.12.1880), damit 7380 mehr als vor 5 Jahren.

1882 Durch einen Erlass der preußischen Regierung werden die Lehrergehälter generell auf 900 - 1000 Mark jährlich angehoben.

1885 - 1890 Lehrer Stutte unterrichtet über 140 Kinder in der evangelischen Schule an der St. Leonhards-Kapelle.

1887 Der „Katholische Männer- und Arbeiterverein St. Josef Dreis-Tiefenbach“ wird gegründet. Erstes Vereinslokal wird das Haus Lukas Zimmermann (später Heinrich Günther, Dreisbach, heute abgerissen).

1888 Ausbau und Befestigung der Westfälischen Landstraße über Eckmannshausen nach Allenbach. Chausseegeld wurde in Höhe des Hauses Nr. 18 erhoben.
- Beim Bau des Wohnhauses Hilchenbacher Straße 18 (jetzt Dreisbachstr.) wird eine Begräbnisstätte gefunden.

1888 Die erste Poststelle wird im Hause der Gastwirtschaft Moll (später Wagener) eingerichtet (15.4.1888).
- Von nun an stempelt die Post „Weidenau/Westf.“ statt bisher „Haardt/Sieg“ (5.9.1888).

1889 Gründung des evangelischen Jünglingsvereins, noch im Hause Bäcker (jetzt Metzgerei Diehl).

1890 Friedrich Hoffmann, früherer Besitzer der Gaststätte „Alte Burg“, errichtet auf dem Burggelände eine Sommerwirtschaft.
- Der Jungmännerverein, ein Zweig der Evangelischen Gemeinschaft wird gegründet (Vereinshaus).
- Bau der roten Schule in der Tiefenbach als evangelische Schule (siehe auch: Rote Schule unter der Stillingslinde). Beide Schulen haben einen Turm. Es unterrichten in der
  • Dreisbacher Schule: Lehrer Sutte (evgl.),
  • Tiefenbacher Schule: Lehrer Hummitsch (evgl.),
  • Setzer Weg Schule: Lehrer Wolf (kath.).
- Die Stadt Siegen baut eine Wasserleitung aus dem Quellgebiet des Netpherlandes.
Die Leitung führt durch die Siegstraße (heutige B 62). Es werden einige Hydranten eingebaut. Die Brandweiher in Dreisbach vor der Enke (heute Lieschstraße) und in Tiefenbach im Grünen Pfuhl werden zugeschüttet.
- Der Bergmannslohn für eine 12-stündige Schicht wird auf 3,- Mark angehoben.
1868 betrug der Lohn 1,50 Mark (27.12.1890).

Anfang der 1890er Die Versammlungen der Evangelischen Gemeinschaft sind „Delmes Saal“ statt wie bisher im Bäckerschen Haus. Der Saal fasste etwa 100 Personen. Das alte Haus des Bäckermeisters Wilhelm Zimmermann in der Siegstraße fiel später dem Feuer zum Opfer.

1891 Die Telefon-Bezirksleitung Siegen-Deuz wird in Betrieb genommen. - Spätestens 1895 erhält Dreis-Tiefenbach die erste öffentliche Telefonstelle im Gasthof Moll (Poststelle,1.10.1891).

1892 Der Gesangverein „St. Josef“ wird gegründet. Vereinslokal ist die Wirtschaft Moll (später Wagener). - Der Posaunenchor wird gegründet. Die ersten Übungsstunden finden in der Gartenlaube von Jakob Flick auf der „Alten Burg“ statt. Leiter: Karl Müller.


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1985 Unter dem Stillingsplatz wird ein Regenüberlaufbecken gebaut. Der Platz wird gepflastert. Im Oktober wird von der Firma Werthebach ein Brunnen gesetzt. Er ist einem römischen Brunnen nachempfunden und in Waschbeton ausgeführt. Der Ausbau kostet rund 375.000 DM, wovon 60% das Land trägt.

Bei den Weltmeisterschaften der Querfeldeinfahrer in München holt am 16.2.1985 der aus Dreis-Tiefenbach stammende Klaus-Peter Thaler die Goldmedaille nach Deutschland. Im Dezember war der Ex-Bundestrainer in den Rennsattel zurückgekehrt.

Am 27.3.1985 startet der 50. Sondertransport der Waggon-Union Dreis-Tiefenbach mit 22 Waggons in Richtung Iran. Seit dem 15.4.1084 sind nun über 900 Spezialwaggons zum gleichen Ziel auf die Reise gegangen. Am 5.5.1985 lockt ein historischer Dampfzug zwischen Weidenau und Werthenbach anlässlich des 150-jährigen Eisenbahnjubiläums an zwei Tagen 15000 Menschen herbei. Bei der Waggon Union präsentieren sie einen 200 m langen Apfelstrudel „der längste der Welt“ (Hans Thallinger als Backkünstler).

Im Juni 1985 feiert die Dreis-Tiefenbacher Feuerwehr ihr 75-jähriges Bestehen mit einem großen Festumzug. Am 17.7.1985 sind auf dem Gelände der ehemaligen Kölsch-Fölzer Werke die Firmen Hriberschek, Reichwald, Großküchen-Beyer und Horst Jung tätig.

Am 24.7.1985 trifft der Bundestrainer der deutschen Straßenradrennfahrer, Peter-Thaler aus Dreis-Tiefenbach, mit der 200 Mann starken Olympia-Delegation in Los Angeles zur Teilnahme an den Olympischen Spielen 1984 ein.

Am 24./25.8.1985 ist das 2. Dorfgemeinschaftsfest. Vorsitzender des Festausschusses ist Dr. Sieberg. Werner Heide/Flender bzw. Karl Heinz Barth baut ein neues Haus.

Im Haus Wilhelm/Stark wird durch Walter und Rita Stötzel eine Imbissstube eingerichtet und am 18.10.85 eröffnet.
Im Jahre 1985 hat Dreis-Tiefenbach 4996 Einwohner.

1986 Im Februar beginnt die Rodung des Baumbestandes im Grunde. Dort sollen die Herren Kühn/Kühn/Klein aus Eschenbach für 6,2 Millionen DM ein Geschäftszentrum bauen, mit Aldi und Kontra-Markt (später REWE).

Am 16.2.1986 wird Anke Breitenbach mit 16 Jahren in Stuttgart Deutsche Hallen-Jugend-Meisterin über 1500 m in 4:29,07 min.

Am 24.5.86 wird der neugestaltete Jung-Stilling-Platz eingeweiht.

1988 Der Direktor der Hauptschule Dreis-Tiefenbach, Helmut Schweisfurt, wird zum 31.7.1988 verabschiedet. Er hat über 41 Jahre in Dreis-Tiefenbach gewirkt.

1993 Am 13.2.93 samstags um 5.20 Uhr Feueralarm: Kleins/Jedamskis Haus in der Weyertshainstraße (früher Rosenstraße) brennt. August Jedamski ist über 90 Jahre alt. Als Brandursache wird ein technischer Defekt vermutet.

Am 11.6.1993 ist Grundsteinlegung zum Neubau der Siegener Zeitung/Verlag Vorländer in der Unteren Industriestraße.
 




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